Winterprognose 2019/20

Hallo,

für die Prognose der Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 habe ich die SSTs und den Bodendruck des Novembers verwendet (jeweils 90°N – 90°S 0 – 360°).

Auswertungszeitraum: 1953 – 2018

Referenzperiode: 1981 – 2010

Anomalien: Pa bzw. K

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose für Dezember 2019:

Bodendruck:

Prognose Dezember 2019 Bodendruck NH Bild aus Nov

Temperatur:

Prognose Dezember 2019 Temperatur NH Bild aus Nov

Prognose für Januar 2020:

Bodendruck:

Prognose Januar 2020 Bodendruck NH Bild aus Nov

Temperatur:

Prognose Januar 2020 Temperatur NH Bild aus Nov

Prognose für Februar 2020:

Bodendruck:

Prognose Februar 2020 Bodendruck NH Bild aus Nov

Temperatur:

Prognose Februar 2020 Temperatur NH Bild aus Nov

Gruß

KHB

November 2019 und Folgemonate

Hallo,

für die Prognose des Novembers und Folgemonate habe ich die SSTs und den Bodendruck des Oktobers verwendet (jeweils 90°N – 90°S, 0 – 360°).

Auswertungszeitraum: 1953 – 2018

Referenzperiode: 1981 – 2010

Anomalien: Pa bzw. K

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose für November 2019

Bodendruckanomalie:

Prognose November 2019 Bodendruck NH Bild aus Okt

Temperaturanomalie:

Prognose November 2019 Temperatur NH Bild aus Okt

Prognose für Dezember 2019

Bodendruckanomalie:

Prognose Dezember 2019 Bodendruck NH Bild aus Okt

Temperaturanomalie:

Prognose Dezember 2019 Temperatur NH Bild aus Okt

Prognose für Januar 2020

Bodendruckanomalie:

Prognose Januar 2020 Bodendruck NH Bild aus Okt

Temperaturanomalie:

Prognose Januar 2020 Temperatur NH Bild aus Okt

Gruß

KHB

Auf dem Weg zu einem kalten oder milden Winter 2019/20 in Mitteleuropa?

Hallo,

eine Möglichkeit, dieser Frage nachzugehen, ist die schrittweise Entwicklung der Bodendruck – und Geopotentialanomalie im November zu beobachten. Zu diesem Zweck habe ich die 10 kältesten und die 10 mildesten Winter in Deutschland, genauer gesagt die 10 kältesten und 10 mildesten Zeiträume Dezember – März seit 1984/85, ausgewählt und einzelne Novembertage der beiden Gruppen einander gegenübergestellt.

Eigentlich wollte ich mich auf den Zeitraum ab 1987/88 (Klimasprung) beschränken, aber dann wäre die Trennschärfe zwischen „kalt“ und „mild“ nicht gegeben gewesen. So unterscheidet sich der mildeste Winter / Zeitraum in der kalten Gruppe wenigstens um 2,1 K vom kältesten in der milden Gruppe.

Ich werde nun alle 5 Tage, beginnend mit dem 1.November, eine Momentaufnahme abbilden, um den unterschiedlichen Weg zu einem kalten / milden Zeitraum Dezember – März aufzuzeigen und zwar den Unterschied im Bodendruck und auf der Geopotential 500hPa – Ebene der NH, also fortlaufend 5.November, 10.November, etc. …………..bis 5.Dezember. Vielleicht lässt sich dann der Weg erkennen, vielleicht auch nicht.

Am jeweiligen (späten) Abend des betreffenden Tages füge ich dann die aktuellen Anomaliekarten (Bodendruck und Geopotential) des Jahres 2019 hinzu. Auf diese Weise kann eventuell (schrittweise) abgeschätzt werden, welcher Seite der November 2019 zuneigt.

Die Bodendruck – bzw. Geopotentialwerte der 10 milden Zeiträume werden von den Werten der 10 kalten subtrahiert, sichtbar ist also der Weg zu einem kalten Zeitraum Dezember – März, das genaue Gegenteil ist dann der Weg zu einem milden Zeitraum.

Aber zunächst zur Info bzw. zur Orientierung der Gesamtmonat November im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

c6TVpWaeXU

Halbzeit:

Bodendruckanomalie vom 1. – 15.November 2019:

78

Bodendruckanomalie vom 1. – 30. November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

TIHuyWSB1g

Geopotentialanomalie 500hPa vom 1. – 15.November 2019:

78

Geopotentialanomalie 500hPa vom 1. – 30.November 2019:

78

Der 1.November im Vergleich

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 1.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 1.November 2019:

78

Der 1.November vor einem kalten Zeitraum Dezember bis März ist also gekennzeichnet von tiefem Bodendruck südlich der Aleuten, vor Westkanada, über Nordostkanada, Davisstraße, Nordgrönland, Nordmeer, Atlantik von Neufundland bis Osteuropa, Schwerpunkt über den Britischen Inseln und ein weiterer Schwerpunkt liegt über Ostasien im Bereich 30 bis 50°N.

Hoher Druck liegt insbesondere zwischen 70 und 90°N 120°E bis 180°E, über großen Teilen Kanadas, Schwerpunkt südlich der Hudsonbay sowie zwischen Finnland und Nowaja Semlja.

Vor einem milden Zeitraum Dezember bis März ist es genau umgekehrt.

Das Geopotentialbild fügt sich in diesen beschriebenen Rahmen.

Der 5.November im Vergleich

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 5.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 5.November 2019:

78

Der 10.November im Vergleich

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 10.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hpa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 10.November 2019:

78

Der 15.November im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 15.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 15.November 2019:

78

Der 20.November im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 20.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 20.November 2019:

78

Der 25.November im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 25.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hpa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 25.November 2019:

78

Der 30.November im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 30.November 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 30.November 2019:

78

Fazit am 1.Dezember 2019: Auf den ersten Blick scheinen sowohl die einzelnen Schritte als auch der Monat November 2019 als Ganzes auf „kalt“ zu deuten (im Rahmen des Zeitraums 1984 bis 2019), das Tief südlich der Aleuten, insbesondere der extrem tiefe Druck über West – und Mitteleuropa (Schwerpunkt GB) bis ins Mittelmeer und Nordafrika reichend, flankiert von hohem Druck südlich Grönland und dem europäischen Russland, ebenso über der Arktis. Dies gilt in gleichem oder sogar noch größerem Maße auch für das Geopotential.

Auf den zweiten Blick sieht man jedoch einen kleinen – aber feinen – Unterschied an einer wichtigen Stelle: Der hohe Druck südlich Grönland, der für eine Blockierung nötig wäre, fehlt, deutlicher noch im Geopotentialbild zu erkennen, das heißt, die Verbindung Azorenhoch – Grönlandhoch ist sehr instabil, bildet sich zeitweise, um dann wieder durchbrochen zu werden. Dies bedeutet einerseits NW – und Nordlagen, abgelöst von West – oder auch SW – Lagen, also tendenziell auf der „nasskalten“ Seite mit milden Phasen. Dies ist meine Interpretation der Novembersituation für die folgenden Monate.

Der 5.Dezember im Vergleich:

Unterschied im Bodendruck:

compday

Bodendruckanomalie vom 5.Dezember 2019:

78

Geopotentialunterschied auf der 500hPa – Ebene:

compday

Geopotentialanomalie 500hPa vom 5.Dezember 2019:

78

Am 5.Dezember stehen die Zeichen klar auf „mild“, tiefer Druck und tiefes Geopotential über dem Nordmeer verbunden mit tiefem Druck, insbesondere Geopotential, über Nordostkanada und Südgrönland bei gleichzeitig hohem Druck und Geopotential von den Azoren nach GB, Mittel – und Osteuropa reichend. Es fehlt jedoch auch jetzt (im Dezember) der hohe Druck, das hohe Geopotential, südlich Grönland. Diese Konstellation zum jetzigen Zeitpunkt (1.Dezemberdrittel) spricht für eine Erhaltungs – und Wiederholungsneigung von Westlagen über Europa. Es ist anzunehmen, dass diese dann den Winter dominieren und „kalte“ Phasen nur von kurzer Dauer sind.

In meiner „Winterprognose“, die auf andere Weise zustande kommt, findet vom Dezember zum Januar jedoch ein Wetterwechsel statt. Es wird interessant sein, zu sehen, ob das „Weiter so“ vorherrschen wird oder der „Wind of Change“ zu blasen beginnt.

Aus die Maus.

Gruß

KHB

 

 

Oktober 2019 und Folgemonate

Hallo,

für die Prognose des Oktobers 2019 und Folgemonate habe ich die SSTs und den Bodendruck des September verwendet (jeweils 90°N – 90°S, 0 – 360°).

Auswertungszeitraum: 1953 – 2018

Referenzperiode: 1981 – 2010

Anomalien: Pa bzw. K

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose für Oktober 2019:

Prognose Oktober 2019 Bodendruck NH Bild aus Sept

Prognose Oktober 2019 Temperatur NH Bild aus Sept

Prognose für November 2019:

Prognose November 2019 Bodendruck NH Bild aus Sept

Prognose November 2019 Temperatur NH Bild aus Sept

Prognose für Dezember 2019:

Prognose Dezember 2019 NH Bodendruck Bild aus Sept

Prognose Dezember 2019 Temperatur NH Bild aus Sept

Gruß

KHB

September 2019 und Folgemonate

Hallo,

für die Prognose des Septembers 2019 und Folgemonate habe ich die SSTs und den Bodendruck des Monats August verwendet (jeweils 90°S – 90°N 0 – 360°).

Auswertungszeitraum: 1953 – 2018

Referenzperiode: 1981 – 2010

Anomalien: Pa bzw. K

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose für September 2019:

Bodendruck:

Prognose September 2019 Bodendruck NH Bild aus Aug

Temperatur:

Prognose September 2019 Temperatur NH Bild aus August

Prognose für Oktober 2019:

Bodendruck:

Prognose Oktober 2019 Bodendruck NH Bild aus August

Temperatur:

Prognose Oktober 2019 Temperatur NH Bild aus August

Prognose für November 2019:

Bodendruck:

Prognose November 2019 Bodendruck NH Bild aus August

Temperatur:

Prognose November 2019 Temperatur NH Bild aus August

Gruß

KHB

Herbst und Winter nach besonders schwacher Sonnenaktivität

Hallo,

als Ergänzung zu meinem Beitrag“ Herbst und Winter nach besonders schwacher bzw. starker Sonnenaktivität“ (in welchem ich beide Modi einander gegenübergestellt habe), möchte ich mich hier auf die „schwache Sonnenaktivität“ beschränken und die Zirkulationsunterschiede aufzeigen, die sich zum Durchschnitt 1981 – 2010 ergeben.

Dies vor allem deshalb, weil das Jahr 2019 in diese Kategorie der „schwachen Sonnenaktivität“ fällt. Definiert habe ich diese schwache solare Aktivität über die „solar flux Einheiten“, der 3 Monatsdurchschnitt Juni – August muss unter 700 Einheiten liegen (zum Vergleich: der höchste Wert wurde im Jahr 1958 mit 2272 Einheiten gemessen).

Juni – August 2019 werden mit durchschnittlich 674 Einheiten den 2.niedrigsten Wert seit 1948 erreichen.

Ranking bisher (Einheiten):

1. Platz: 2008: 660

2. Platz: 2009: 681

3. Platz: 1954: 683

4. Platz: 1964: 684

5. Platz: 1986: 687

Temperaturen der Herbste dieser Jahre in Deutschland im Vergleich zum Mittel 1981 – 2010 (Abweichung in K):

1954: +0,1

1964: -0,5

1986: -0,1

2008: -0,1

2009: +1,1

Durchschnittliche Abweichung: +0,1

Es zeigen sich keine Besonderheiten, 3mal zu kühl, 2mal zu warm, Abweichung nahe null.

Winter:

1954/55: -1,0

1964/65: -0,9

1986/87: -2,3

2008/09: -1,1

2009/10: -2,2

Durchschnittliche Abweichung: -1,5

Alle 5 Winter waren gegenüber 1981 – 2010 zu kalt.

Die Monate im Einzelnen:

September:

Bodendruck:

EtzsQSqGCA

Geopotential 500hPa:

XmiiWqUYP4

Temperatur:

MBYigWlq2Q

Arktis hoher Bodendruck und hohes Geopotential, ebenso Atlantik westlich von GB, Pazifik bei den Aleuten, verstärkte Tiefdrucktätigkeit zwischen Grönland und Nowaja Semlja sowie über Zentralasien. Negative Temperaturabweichungen gibt es über Ostkanada, GB und Skandinavien, positive über Nordwestsibirien, Alaska, Osten der USA, China.

Oktober:

Bodendruck:

xOaOL4oq4f

Geopotential 500hPa:

wqBL8poVR6

Temperatur:

Y46Tg5tJ6y

Starke Tiefdrucktätigkeit im Norden und bei den Aleuten, hoher Druck und Geopotential über Kanada, Ostatlantik, Nordsibirien, negative Temperaturabweichungen NO – Kanada, Grönland, positive Nordrussland.

November:

Bodendruck:

4aFPolckxL

Geopotential 500hpa:

timas4ze_K

Temperatur:

ch5heGsSk6

Verstärkte Tiefdrucktätigkeit Aleuten, Nordmeer, Naher Osten, hoher Druck Azoren, Sibirien; zu kalt NO – Kanada, Grönland, zu warm Mittel – und Osteuropa sowie westliches Kanada und die USA.

Ein Blick auf die (untere) Stratosphäre:

A8pgj1Ctal

Negative Temperaturabweichungen entlang des Äquators, positive nördlich von 50°N, Schwerpunkt nördlich von Alaska.

Dezember:

Bodendruck:

FjbHJhHSBB

Geopotential 500hPa:

HjdAskWMr2

Temperatur:

M7hIAgUstR

Hoher Druck Nordatlantik und ganz besonders Nordrussland, dazwischen tiefer Druck und niediges Geopotential über Mitteleuropa, zu kalt Sibirien, Nordchina, Westkanada, Nordkanada, zu warm Ostgrönland – Spitzbergen – Nowaja Semlja.

Stratosphäre:

Qpqx3g1eZG

Stratosphärenerwärmung Ostsibirien.

Januar:

Bodendruck:

tvev9BWHDR

Geopotential 500hPa:

Oc5fUiKtuf

Temperatur:

RQ7trjaR1A

Kaltwintermodus, hoher Druck und hohes Geopotential Grönland – Island, tiefer Druck und niedriges Geopotential  Azoren – Mittelmeer, West – und Mitteleuropa; Grönland – Davisstraße warm, Europa kalt, Afrika – Naher Osten warm.

Stratosphäre:

qzAcxSMPZx

Stratosphärenerwärmung Nordkanada – Grönland, südlich von 40°N kalt.

Februar:

Bodendruck:

MoEf1vq7Gl

Geopotential 500hPa:

pdh7ALdMsf

Temperatur:

JOG47fAv4C

Die Umkehrung der Druckverhältnisse hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht +15hPa bei Island und -10hPa bei den Azoren, negative Abweichung über dem Mittelmeer und Mitteleuropa. Grönland und Davisstraße warm, Europa kalt, ebenso Sibirien; Afrika und Naher Osten warm

Stratosphäre:

2fwBRfHv91

Stratosphärenerwärmung. Gesamte Arktis nun 10 K übernormal.

März:

Bodendruck:

804XmOwEyA

Geopotential 500hPa:

LLNho2kNtT

Temperatur:

waOjOVO0t0

Gleiches Muster in abgeschwächter Form wie Februar.

Stratosphäre:

DSi472KwzB

Dies gilt auch für die Stratosphäre.

Und im April ist von der Stratosphärenerwärmung über der Arktis nichts mehr zu sehen:

EnBvo3QnJi

Den Verlauf habe ich in meinem am Anfang genannten Beitrag beschrieben und der Vergleich mit dem Durchschnitt 1981 – 2010 bestätigt dieses Bild.

Gruß

KHB

 

Herbst und Winter nach besonders schwacher bzw. starker Sonnenaktivität

Hallo,

in Erweiterung meines Beitrags „Solarer Einfluss auf Winterkälte in Mitteleuropa“ möchte ich jetzt der Frage nachgehen, ob es nennenswerte Unterschiede in der Zirkulation der NH bei einem Vergleich der Jahre mit schwacher bzw. starker Sonnenaktivität gibt. Ich verwende die Extremjahre, weil die Unterschiede, wenn es sie gibt, hier am deutlichsten in Erscheinung treten müssten.

Ich definiere „extrem schwache Sonnenaktivität“ mit solar – flux – Einheiten <700 im 3-Monatsdurchschnitt Juni – August (dazu gehört dann auch das Jahr 2019 mit 674 Einheiten und wird den 2. Platz, also den 2.niedrigsten Wert, seit 1948 einnehmen).

1. Platz (jeweils Durchschnitt Juni – August in solar – flux – Einheiten): 2008: 660

2. Platz: 2009: 681

3. Platz: 1954: 683

4. Platz: 1964: 684

5. Platz: 1986: 687

„Extrem starke Sonnenaktivität“ definiere ich mit solar – flux – Einheiten >2000 im 3-Monatsdurchschnitt Juni – August:

1. Platz: 1958: 2272

2. Platz: 1957: 2241

3. Platz: 1959: 2182

4. Platz: 1989: 2129

5. Platz: 1991: 2097

Ich vergleiche nun zunächst die Herbste und versuche einen „solaren Fingerabdruck“ zu erhalten. Ich vergleiche die Temperaturen der betreffenden Herbste in Deutschland mit den 5 davor und 5 danach liegenden Herbsten und berechne die Temperaturabweichung zu diesem jeweiligen Mittelwert.

1954: +0,4

1964: -0,5

1986: -0,1

2008: -0,6

2009: +0,5

Der Durchschnitt der Abweichungen beträgt -0,1 K.

1957: -0,2

1958: +0,4

1959: -0,5

1989: +0,6

1991: +0,3

Der Durchschnitt der Abweichungen beträgt +0,1 K.

Vergleicht man beide Gruppen mit dem Durchschnitt von 1951 – 2010, dann erreicht die 1. Gruppe eine Abweichung von +0,2 K und die 2. Gruppe von 0,0 K. Es gibt also für den Herbst insgesamt keine nennenswerte Unterschiede, es könnte aber zwischen den Herbstmonaten Unterschiede geben, die sich dann wieder aufheben.

Zum Winter, gleiches Vorgehen:

1954/55: -0,4

1964/65: +0,5

1986/87: -2,2

2008/09: -1,4

2009/10: -2,6

Die durchschnittliche Abweichung beträgt -1,2 K.

1957/58: +1,1

1958/59: +1,2

1959/60: +1,2

1989/90: +2,8

1991/92: +0,4

Die durchschnittliche Abweichung beträgt +1,3 K.  Der Temperaturunterschied zwischen beiden Gruppen beträgt also für den Winter 2,5 K. Das ist sehr viel.

Bezieht man beide Gruppen auf den Durchschnitt 1951 – 2010, so waren alle 5 Winter der 1. Gruppe zu kalt (um 1,2 K) und alle 5 Winter der 2. Gruppe zu mild (um 0,9 K), Differenz in diesem Falle 2,1 K.

Die Monate im Einzelnen (Subtraktion der Werte der 2. Gruppe von den Werten der 1. Gruppe, auf diese Weise zeigen sich die Unterschiede, sichtbar ist das Ergebnis, positive Zahlen bedeuten also, die 1. Gruppe hat die höheren Werte, negative Zahlen bedeuten, die 1. Gruppe hat die tieferen Werte).

Ich werde demnächst noch einen Beitrag schreiben, in welchem ich dann die Jahre mit extrem geringer Sonnenaktivität mit dem Durchschnitt (1981 – 2010) vergleiche.

September:

Bodendruck:

ejZtBL6Aml

Geopotential 500hPa:

bP48aEIWBy

Temperatur:

cqLy2gp6uw

Die Septembermonate bei schwacher Sonnenaktivität sind in Westeuropa etwas kälter als bei starker. Östlich von Nowaja Semlja sind sie dagegen wärmer. Bei Septembern der 1. Gruppe ist die Tiefdrucktätigkeit über dem Nordmeer und Skandinavien stärker (Bodendruck und Geopot).

Oktober:

Bodendruck:

7RMP0k_vwL

Geopotential 500hPa:

5lM6AzkGno

Temperatur:

BZ_TaZIkwm

In Oktobern mit schwacher Sonnenaktivität ist die Tiefdrucktätigkeit über dem Nordmeer stärker, Grönland hat tiefere Temperaturen und die Küste Nordsibiriens höhere.

November:

Bodendruck:

nRGWDlHcC_

Geopotential 500hPa:

IUn9rLJE_w

Temperatur:

UWPKCWyP6I

Bei schwacher Sonnenaktivität ist Grönland kälter, der Bereich Spitzbergen – Nordküste Sibiriens wärmer. Die Tiefrucktätigkeit über dem Nordmeer und Skandinavien ist höher.

Ein Blick auf die (untere) Stratosphäre, 100hPa – Ebene:

Temperatur:

HYf1_kv8oX

Bei schwacher Sonnenaktivität über Nordamerika sowie Ost  – und Südasien kälter, ziemlich unstrukturiert.

Dezember:

Bodendruck:

8p1iftEWQ1

Geopotential 500hPa:

OQkkrDGqhr

Temperatur:

beBCWR7hew

In Dezembern mit schwacher Sonnenaktivität ist es über dem Westen Nordamerikas und Zentralasiens kälter und im Bereich zwischen Ostgrönland und Nowaja Semlja wärmer,  Luftdruck und Geopotential über dem Atlantik und Westrussland sind höher, Geopot über Mitteleuropa tiefer, Temperatur nur über Süddeutschland und den Alpen tiefer, spricht für NW – Lagen, Höhenkälte, maritimer Einfluss.

Was tut sich in der Stratosphäre?

bDEWV1obYb

Über Ostsibirien ist es nun auf der 100hPa – Ebene deutlich wärmer (als in Jahren mit starker Sonnenaktivität), „Stratosphärenerwärmung“ deutet sich an.

Januar:

Bodendruck:

x9aszthMNc

Geopotential 500hPa:

NRuSbT6xMk

Temperatur:

eq_m3zdHUs

In Januaren mit schwacher Sonnenaktivität ist es in Europa kälter, ebenso im Osten der USA, wärmer ist es bei Nowaja Semlja, etwas wärmer auch in Südgrönland.

Die Stratosphäre:

F0SQmPJgiI

In Januaren mit schwacher Sonnenaktivität ist die Temperatur der Stratosphäre über Grönland und der Davisstraße deutlich höher, dies geht einher mit tiefen Bodentemperaturen in Europa.

Februar:

Bodendruck:

vTFKZNPoRq

Geopotential 500hpa:

XKnFMVlpz7

Temperatur:

iiL3enbzID

Die Unterschiede sind jetzt im Februar am größten, Luftdruckdifferenz an den Schaltstellen Island, Mittelmeer, Eismeer nahezu 15hPa, Temperatur entsprechend „Hot Spot“ Davisstraße, kälteres Europa, Nordasien (in Februaren mit schwacher Sonnenaktivität).

Stratosphäre:

uLKT8LmVlu

Auch in der Stratosphäre gibt es jetzt die größten Unterschiede, 10 K Differenz bei Spitzbergen, also wärmer in Februaren mit schwacher Sonnenaktivität.

März:

Bodendruck:

uNp5PuVlZk

Geopotential 500hpa:

Cwy21FpyaK

Temperatur:

uRe0GFumPj

Der März gehört zwar nicht mehr zum (meteorologischen) Winter, aber wie zu sehen ist, setzt sich die Februarsituation im Wesentlichen fort, erneut „Hot Spot“ Davisstraße.

Stratosphäre:

aqPmhTaH_1

Dies gilt in abgeschwächter Weise auch für die Stratosphäre, während im April dann die „Stratosphärenerwärmung“ verschwunden ist, wie man hier sieht (bzw. Reste über Ostsibirien zu erkennen sind, wo sie im Dezember ihren Anfang nahm):

6_O_1gut2e

Es zeigt sich also, dass über die Stratosphärenerwärmung im Winter, die bei (sehr) schwacher Sonnenaktivität auftritt, ein Zirkulationsmuster generiert wird, welches in Europa zu kälteren Temperaturen führt – im Winter, für den Herbst konnte kein gravierender Einfluss festgestellt werden.

Man könnte jetzt auch noch die QBO ins Spiel bringen, Frau Prof. Labitzke hat in diesem Bereich geforscht. In Studien schrieb sie, dass „Stratosphärenerwärmung“ vorzugsweise stattfindet bei QBO – Ost im 30hPa – Niveau und geringer Sonnenaktivität sowie bei QBO – West und starker Sonnenaktivität.

Von den 5 genannten Wintern bei sehr schwacher Sonnenaktivität waren 4 im 30hPa – Niveau in der Ostphase und einer, nämlich 2008/09 in der Westphase (im August 2019 befindet sich die QBO im 30hPa – Niveau noch in der Westphase, im 10hPa – Niveau ist sie schon in der Ostphase, sie wird zum Dezember vermutlich auch im 30hPa – Niveau in der Ostphase sein).

Ausgerechnet der Winter mit den niedrigsten solar flux Werten hatte dann trotz QBO – Westphase eine anhaltende Stratosphärenerwärmung. Man kann dies eigentlich nur so interpretieren, dass eine QBO – Ostphase bei geringer Sonnenaktivität eine Stratosphärenerwärmung begünstigt, dass aber bei extrem geringer Sonnenaktivität der QBO -West Einfluss überlagert wird.

Von den 5 genannten Wintern bei sehr starker Sonnenaktivität befanden sich 3 in der QBO Ostphase und 2 in der QBO Westphase. Auch in diesen Fällen, also hier bei Westphase, hat der solare Einfluss die QBO anscheinend überlagert und zu milden Wintern in (Mittel-) Europa geführt.

Gruß

KHB