Einfluss der Stratosphäre auf die Zirkulation der nächsten Monate

Hallo,

in meinen Beiträgen „Oktober 2018 und Folgemonate“ sowie „Vierter Blick auf den Winter 2018/19…………….“ hatte ich mich bei der Analyse auf Bodendruck und SSTs beschränkt, um zu sehen, welches Bild der nächsten Monate rechnerisch am besten zu den vergangenen Monaten passt.

In diesem Beitrag möchte ich die Stratosphäre einbeziehen. Als Ausgangsmonat wähle ich den September, ich verwende das Geopotential auf der 50hPa – Ebene, den zonalen Wind auf derselben Höhe sowie auf der 30hPa – Ebene (um die Dynamik der QBO zu berücksichtigen), außerdem den Bodendruck und die SSTs (jeweils 20°S – 90°N 0 – 360°).

Auswertungszeitraum: 1968 – 2018

30.000 Gitterpunkte

Referenzperiode: 1981 – 2010

Anomalien: Pa bzw. K

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose Oktober 2018 Bodendruck NH Bild Strat

Prognose Oktober 2018 Temperatur NH Bild Strat

Prognose November 2018 Bodendruck NH Bild Strat

Prognose November 2018 Temperatur NH Bild Strat

Prognose Dezember 2018 Bodendruck NH Bild Strat

Prognose Dezember 2018 Temperatur NH Bild Strat

Prognose Januar 2019 Bodendruck NH Bild Strat

Prognose Januar 2019 Temperatur NH Bild Strat

Prognose Februar 2019 Bodendruck NH Strat

Prognose Februar 2019 Temperatur NH Bild Strat

Prognose März 2019 Bodendruck NH Bild Strat

Prognose März 2019 Temperatur NH Bild Strat

Bis einschließlich Dezember scheint die Stratosphäre keinen nenneswerten Einfluss auf die nordhemisphärische Zirkulation auszuüben, verglichen mit den Berechnungen, die ausschließlich Bodendruck und SSTs als Grundlage haben.

Impulse aus der Stratosphäre scheinen jedoch die Zirkulation der Monate ab Januar zu beeinflussen und zwar im Sinne stärker steigenden Luftdrucks in der Arktis einhergehend mit  Übergang zu neutraler oder leicht negativer NAO, auch dies im Vergleich zu den Berechnungen mit den Parametern Bodendruck und SSTs. Allerdings bleibt der Luftdruck über dem Atlantik niedrig und so wird keine Blockierung aufgebaut.

Da sich über dem Atlantik also kein hoher Druck bildet, bleibt der atlantische Einfluss unter zyklonalen Bedingungen in Europa bestehen (zyklonaler als bei der Berechnung mit Bodendruck und SSTs), wobei die Temperaturen in Mitteleuropa im Januar leicht und im Februar deutlich über dem Mittel von 1981 – 2010 liegen sollten.

Erst im März kann sich hoher Druck über dem Nordatlantik bilden und zu kälterem Wetter in Mitteleuropa führen.

Gruß

KHB

Vierter Blick auf den Winter 2018/19 nach Verlauf der letzten 6 Monate

Hallo,

der Winter rückt immer näher, dem September kommt ja auch eine besondere Bedutung für die Witterung des Winters zu (alte Bauernregeln und „Altweibersommerregel“ von Baur, die Bedingungen für Anwendung der Baurschen Regel treffen dieses Jahr übrigens nicht zu). Aber auch jetzt würde ich noch nicht von einer Prognose im engeren Sinn sprechen, sondern nur betrachten, was passt rechnerisch am besten zur Zirkulation der letzten 6 Monate. Im Vergleich zum 3. Blick fehlt jetzt der März und der September kommt neu hinzu.

Auswertungszeitraum: 1980 – 2017

Geographischer Bereich: 20°S – 90°N 0 – 360° Bodendruck

Anomalien: Pa bzw. K

Referenzperiode: 1981 – 2010

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose Dezember 2018 Bodendruck NH aus April-Sept

Prognose Dezember 2018 Temperatur NH Bild aus April - Sept

Prognose Januar 2019 Bodendruck NH Bild aus April-Sept

Prognose Januar 2019 Temperaturanomalie

Prognose Februar 2019 Bodendruck NH Bild aus April-Sept

Prognose Februar 2019 Temperatur NH Bild aus April-Sept

Es gab keine wesentlichen Veränderungen zum 3. Blick. Das Modell geht immer noch von einer stark positiven NAO für die Wintermonate aus, vor allem für Dezember und Februar. Sollte der Oktober jedoch ebenfalls eine deutlich positive NAO bringen (sieht zur Zeit so aus), bleibt abzuwarten, ob sich die Winterprognose ändert (immerhin ist die NAO des Oktober negativ mit der NAO der Wintermonate, vor allem Januar und Februar, korreliert).

Gruß

KHB

 

Dritter Blick auf den Winter 2018/19 nach Verlauf der letzten 6 Monate

Hallo,

der dritte Blick auf den Winter 2018/19 hat als Grundlage jetzt die Monate März bis August, also Frühling und Sommer. Auch dieser 3. Blick soll lediglich zeigen, welche Zirkulationsanomalien rechnerisch am besten zu den vergangenen 6 Monaten passen, ist also nur bedingt eine Prognose, im Vergleich zum 2. Blick entfällt nun der Februar und der August kommt neu hinzu. Ich werde diese Reihe dann Anfang Oktober und November fortsetzen, um zu sehen, ob sich Änderungen ergeben.

Auswertungszeitraum: 1980 – 2017

Geographischer Bereich der Auswertung: 20°S – 90°N 0 – 360° Bodendruck

Anomalien: Pa bzw. K

Referenzperiode: 1981 – 2010

Methode: Canonical Correlation Analysis

Prognose Dezember 2018 Bodendruck NH Bild aus Bodendruck März-August

Prognose Dezember 2018 Temperatur NH Bild Bodendruck März-Aug

Prognose Januar 2019 Bodendruck NH Bild Bodendruck März-Aug

Prognose Januar 2019 Temperatur NH Bild Bodendruck März-Aug

Prognose Februar 2019 Bodendruck NH Bild Bodendruck März-Aug

Prognose Februar 2019 Temperatur NH Bild Bodendruck März-Aug

Im Vergleich zum letzten Monat gibt es keine wesentlichen Änderungen. Das Modell geht nach wie vor von einer überwiegend positiven NAO und AO in mindestens 2 der 3 Wintermonate aus – mit den entsprechenden Anomalien.

Gruß

KHB

 

 

Klimawandel in Europa

Hallo,

als Ergänzung zu meinem Beitrag „Klimawandel“ möchte ich hier speziell die Unterschiede in Europa aufzeigen, die Unterschiede zwischen den letzten 30 bzw. 31 Jahren und den davor liegenden 30 bzw. 31, also 1987/88 bis 2017/18 mit 1956/57 bis 1986/87 vergleichen.

Ich wähle hier die Darstellung in Form der Geopotentialunterschiede auf der 500hPa – Ebene, nachdem ich im letzten Beitrag Bodendruck und Temperatur herangezogen hatte.

Januar:

xBnRbYQLGV

Februar:

XhVuZD3ZHI

März:

HJYsicSqrW

April:

fCP8CNQHe0

Mai:

Ds86DadJSG

Juni:

zrgKXkQk4X

Juli:

EFW5MWmQQI

August:

65P3hvD3XZ

September:

7uFt4pZaN4

Oktober:

li6vt1xz2V

November:

LBYgYB_QqX

Dezember:

5HmTwzLd7L

Jahr:

6ox5Nw9W8S

Wie zu sehen ist, liegt Mitteleuropa in den meisten Monaten im oder nahe am Zentrum der größten Geopotentialzunahme, dies erklärt die Schneearmut und (Höhen-) Wärme der Wintermonate (und des März) und die Hitze von Mai bis August (oft sogar schon im April beginnend, ähnliche Konstellation wie im Juli). In jenem Monat liegt das Gebiet größter Geopotentialzunahme über Westrussland und ein Bereich mit Geopotentialreduzierung liegt westlich der Britischen Inseln, für Kontinentaleuropa bedeutet dies eine südliche Grundströmung feucht – heißer Luft, gewitteranfällig, auch der Oktober bietet ein ähnliches Strömungsmuster.

Eine Ausnahme bildet der September, hier gab es in den 90er Jahren einige kühle oder sehr kühle und tiefdruckbestimmte Monate, die das Geopotential sinken ließen. Aber spätestens seit dem trocken – heißen September 2016 wird auch dieser Monat auf Linie gebracht (werden).

Dieses Gesamtbild ist auch im Jahresdurchschnitt zu erkennen, eine grundsätzliche Zunahme des Geopotentials, Schwerpunkt Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Balkanländer, Türkei bis zum Iran, einhergehend mit höherem Bodendruck und höherer Temperatur. Keine Änderung gab es nur im Bereich Südgrönland – Island.

Gruß

KHB

Klimawandel

Hallo,

in diesem (in Europa) heißen Sommer 2018 ist in vermehrtem Maße wieder von „globaler Erwärmung“ oder „Klimawandel“ die Rede. Und in der Tat sind die Veränderungen nicht zu übersehen, wenn man die letzten 30 (oder 31) Jahre mit den davor liegenden 30 (oder 31) vergleicht, konkret den Zeitraum 1987/88 bis 2017/18 mit 1956/57 bis 1986/87. Ich möchte diese Veränderung lediglich dokumentieren, monatsweise, Jahresdurchschnitt, global, Bodendruck und Temperatur. Eine detaillierte Ursachenforschung steht mir nicht zu, da gibt es kompetentere Personen. Aber vielleicht so viel: Das Zusammenwirken anthropogener Faktoren (mehr CO2 in der Atmosphäre) mit natürlicher Klimavariabilität in einem nichtlinearen dynamischen System führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu vorliegendem Ergebnis (wobei die Schwierigkeit wohl darin besteht, die Anteile zu quantifizieren).

Dazu Jörg Negendank, GeoForschungszentrum Potsdam auf einer Klimatagung in Potsdam, 2003:

„……..Ein in diesem Zusammenhang besonders interessantes Phänomen, das für das Auf und Ab der Temperaturen der Arktis und in den mittleren Breiten verantwortlich ist, heißt Arktische Oszillation. Dabei handelt es sich um eine großräumige dekadische Schwingung der Atmosphäre………..“ Meine Frage / Anmerkung: Gilt das auch für die Antarktische Oszillation????????????

Klaus Dethloff, Alfred – Wegener – Institut für Polar – und Meeresforschung, Bremerhaven auf derselben Tagung:

„So wie eine Trommel natürliche Schwingungsmoden hat, ist die Arktische Oszillation eine natürliche Schwingung der Atmosphäre. Wenn man die Atmosphäre anstößt, mit schwankender Sonneneinstrahlung, mit Vulkanaerosolen, die das Sonnenlicht abblocken oder mit zusätzlichen Treibhausgasen und Ozonveränderungen, reagiert sie mit den Schwingungen der Arktischen Oszillation.“ Auch hier meine Frage / Anmerkung: Gilt das auch für die Antarktische Oszillation??????????????

Januar:

hpN8rARS9j

kmCBLRUVGN

 

Februar:

mI4CiRsNRU

 

b6u4VOsUeR

März:

BQVWswAzjT

ei6mkcfYKd

April:

72XCTAWccZ

KBwTD9KHyh

Mai:

_V0bzWHCBu

b0O2T5MxLJ

Juni:

vG8wOn3IBX

lZHaLzmgSj

Juli:

gzDdpPQLhn

7lYHyDitZw

August:

IaPlnADoXN

Y7J7yvgX6S

September:

E5G0foE4EC

FG8Thd3Vj2

Oktober:

mZNet1dOyP

HGqgV7qBV9

November:

kFx8JVM_3I

qIbaL5gwco

Dezember:

amPtl7zrtr

cfKtZbHiHf

Jahr:

Qa5JQX1OlQ

qNdRSYvcpU

Der Temperaturanstieg überrascht nicht, vielleicht das Ausmaß einiger Monate und einiger Regionen (insbesondere arktische und antarktische), Unterschied bis zu 9K im 30jährigen Mittel (einzelner Monate) und bis zu 4K im Jahresmittel.

Überrascht hat mich die Veränderung des Bodendrucks (am stärksten in den Wintermonaten von Nord – und Südhemisphäre), insgesamt unterscheiden sich die beiden Zeiträume fundamental, der Ausdruck „Klimawandel“ signalisiert daher in seiner implizierten „Sanftheit“ eher Verharmlosung und „globale Erwärmung“ trifft nur einen Teilaspekt. Ich denke, der Begriff „Klimaumbruch“ trägt der Radikalität und Schnelligkeit dieser Veränderung besser Rechnung und ist mit den (mehr als) 30jährigen Vergleichszeiträumen abgesichert.

Gruß

KHB