die höchsten Korrelationen für Bodendruck und Temperatur von Mai und Folgemonaten ergaben sich für die Aprilwerte der SSTs, des zonalen Winds im 150hPa Niveau und der Niederschlagshöhe und -verteilung.
die höchsten Korrelationen für Bodendruck und Temperatur des Zeitraums April – Juni 2019 ergaben sich aus den Märzwerten SSTs, Bodendruck, zonaler Wind im 150hPa – Niveau und der Niederschlagshöhe und – verteilung (jeweils 90°N – 30°S 0 – 360°). Auf diese Weise sind die wichtigsten Patterns und Indices enthalten, also AO, NAO, PNA, MJO, EA – WR etc.
die höchsten Korrelationen mit Bodendruck und Temperatur des Prognosezeitraums ergeben sich mit dem zonalen Wind des Februar im 100 und 150hPa Niveau (90°N – 90°S 0 – 360°).
die höchsten Korrelationen mit Bodendruck und Temperaturen im Prognosezeitraum ergeben sich mit dem zonalen Wind im 150 -, 200 – und 250hPa – Niveau des Monats Januar, 90°N – 20°S, 0 – 360°.
Wang / Ting / Kushner: A robust empirical seasonal prediction of winter NAO and surface climate. Scientific Reports 7, Article number: 279. March 2017.
habe ich – in vereinfachter Form – die von den Autoren bestimmten Prädiktorvariablen verwendet, um daraus eine Prognose für die Zirkulationsanomalie der Wintermonate zu entwickeln.
Die Prädiktoren sind:
Geopotential auf der 70hPa – Ebene (20°S – 90°N 0 – 360°)
Eisausdehnung der Nordhemisphäre
SSTs (20°S – 90°N 0 – 360°)
September – oder Oktobermonate. Ich verwendete die Oktobermonate.
Analysezeitraum bei meinem Beitrag: 1949 – 2018
Referenzperiode: 1981 – 2010
Anomalien: Pa
Methode: Canonical Correlation Analysis
Dezember:
Januar:
Februar:
März:
Ergänzung am 8. Januar 2019
Die Autoren oben genannter Studie betrachten sowohl den September als auch den Oktober als Ausgangspunkte ihrer Analyse. Ich habe in meiner Analyse den Oktober verwendet. Man könnte jetzt natürlich auch beide Monate – gleichberechtigt – heranziehen.
Dann sehen die Ergebnisse folgendermaßen aus (ansonsten gleiche Vorgehensweise, auf Grund der verdoppelten Datenmenge muss der Analysezeitraum auf 1966 – 2018 beschränkt werden, es handelt sich immerhin um 50.000 Gitterpunkte und die Rechenkapazität ist begrenzt):
etwas ungewöhnlich, eben experimentell, eine Langfristprognose, die (ausschließlich) auf den Verhältnissen in der Stratosphäre des Monats November beruht. Dabei werden die höchsten Korrelationen zwischen den entsprechenden Parametern und den Bodendruck – bzw. Temperaturanomalien der Folgemonate verwendet, konkret „zonaler Wind“ auf der 100 -, 150 – und 200hPa – Ebene, Bereich 90°N – 20°S, 0 – 360°.
Auswertungszeitraum 1949 – 2017/18
20.000 Gitterpunkte
Referenzperiode 1981 – 2010
Anomalien: Pa bzw. K bzw. m
Methode: Canonical Correlation Analysis
Dezember 2018:
Januar 2019:
Februar 2019:
Wie gesagt, das Rechenmodell erhält keine Informationen über SSTs, Temperaturen, Bodendruck und Geopotential. Immerhin zeigt es (trotzdem) den zu erwartenden schwachen bis mittleren El Nino (Modoki), angedeutet in den positiven Temperaturanomalien im äquatorialen Pazifik (unterer Rand) und die negative Druckabweichung bei den Aleuten (die mit El Nino einhergeht).
Laut Baur wird ja der Januar in Mitteleuropa zu kalt, wenn der Oktober in diesem Gebiet um mindestens 2 K zu warm und in Deutschland zu trocken war. Beide Voraussetzungen sind dieses Jahr gegeben. Mein Modell zeigt den hohen Druck über Russland (den Baur für solche Januare angibt), zeigt aber keine negative Temperaturabweichung über Mitteleuropa.
Über Grönland / Island herrscht zwar vorwiegend positive Druckabweichung, aber es scheint keine Blockierung zu geben (eine schwache im Januar bei 45°W, kann für ME auch Südlagen bedeuten), möglicherweise ist die Zugbahn der Tiefs im Dezember und Januar eher auf West – und Mitteleuropa gerichtet. Im Februar dominiert aus jetziger Sicht vorwiegend antizyklonale Witterung über Europa mit Schwerpunkten der positiven Druckabweichung über Mitteleuropa und Nordwestrussland.
Ergänzung: Am 11. Dezember habe ich auf Wunsch von Lesern die Temperaturanomalien der Wintermonate in Europa vergrößert dargestellt, außerdem die Geopotentialanomalien auf der 500hPa – Ebene ergänzt (natürlich mit den gleichen Inputdaten).
der stratosphärische Polarwirbel hat für den Winter der NH eine wesentliche Bedeutung, ein starker Polarwirbel begünstigt oder initiiert westliche (zonale) Strömungen, während ein schwacher eher meridionale Lagen hervorruft.
Im Folgenden wird also Bodendruck und Bodentemperatur von November 2018 bis März 2019 vom prognostizierten Zustand der Stratosphäre (10hPa – Ebene) „heruntergebrochen“. Als Inputwerte verwende ich das Geopotential des Oktober auf der 10hPa – Ebene, den zonalen Wind, ebenfalls 10hpa – Ebene und die SSTs (jeweils 20°S – 90°N 0 – 360°). Die SSTs haben für den stratosphärischen Polarwirbel insofern eine gewisse Bedeutung, als die ENSO – Kaltphase im Sinne dessen Stärkung wirkt und die ENSO – Warmphase im Sinne einer Schwächung.
Auswertungszeitraum: 1949 – 2018, circa 22.000 Gitterpunkte
Referenzperiode: 1981 – 2010
Anomalien: Pa bzw. m bzw. K
Methode: Canonical Correlation Analysis
Ausgangsbasis Oktober 2018:
Für den November 2018 ergibt sich auf Grund der spezifischen Gegebenheiten des Oktober folgender Zustand der Stratosphäre auf der 10hpa – Ebene:
Daraus errechnet sich folgende Bodendruckanomalie:
und aus der Bodendruckanomalie die Temperaturanomalie:
Für den Dezember 2018:
Für den Januar 2019:
Für den Februar 2019:
Für den März 2019:
Zwar scheint der Polarwirbel auf der 10hPa – Ebene mit Ausnahme des Januar (Stratosphärenerwärmung?) ziemlich stabil, so begünstigt dessen Lage mit entsprechenden Anomalien – im Dezember beginnend – den Übergang zu einer negativen NAO, unterdurchschnittlichen Temperaturen im Januar (Europa) und etwa durchschnittlichen Temperaturen im Dezember, Februar März, überdurchschnittlichen im November (bei noch positiver NAO).
Der Hochdruckblock im Dezember über Nordrussland ist bemerkenswert, trotzdem oder dewegen sind Zweifel berechtigt, ob dies so eintritt. Man wird sehen.
da die Korrelationen der Oktoberwerte mit den Werten der folgenden Monate (Wintermonate) deutlich höher sind als die Korrelationen der letzten 6 Monate mit diesem Zeitraum, beschränke ich mich jetzt auf den Oktober als Ausgangsbasis.
Ich benutze den Bodendruck, die SSTs sowie das Geopotential auf der 50hPa – Ebene (Stratosphäre), jeweils 20°S – 90°N 0 – 360°, etwa 22.000 Gitterpunkte.
Auswertungszeitraum: 1949 – 2017
Referenzperiode: 1981 – 2010
Anomalien: Pa bzw. K
Methode: Canonical Correlation Analysis
Die Ergebnisse zeigen eine positive NAO bis Dezember mit den bekannten Begleiterscheinungen. Für Mitteleuropa müsste es einen milden trockenen hochdruckdominierten Dezember geben. Die Änderung zum Januar vollzieht sich vermutlich als Folge der positiven NAO des Oktober (die negativ mit der Januar – NAO korreliert ist, aber positiv mit der Dezember – NAO), der prognostizierte Dezember – und Januarverlauf ist auch typisch für die ENSO – Warmphase, die als „Modoki“ (= Erwärmungsschwerpunkt im zentralen Pazifik und nicht vor der südamerikanischen Küste) in den Temperaturkarten (am südlichen Rand) angedeutet ist.
Der Februar bringt eine abgeschwächte negative NAO mit verstärkter Tiefdrucktätigkeit westlich der Britischen Inseln bzw. Abbau des dortigen hohen Drucks, für Zentraleuropa bedeutet dies sowohl Vorderseiten als auch Durchzug von Tiefs bzw. Tiefdruckentwicklung vom Atlantik ins Mittelmeer. Dabei liegt der Balkan und Nahe Osten permanent in einer milden S – oder SW – Strömung mit hohen Temperaturen.
Dies ist der jetzige Stand unter den genannten Prämissen, nicht mehr und nicht weniger.
in meinen Beiträgen „Oktober 2018 und Folgemonate“ sowie „Vierter Blick auf den Winter 2018/19…………….“ hatte ich mich bei der Analyse auf Bodendruck und SSTs beschränkt, um zu sehen, welches Bild der nächsten Monate rechnerisch am besten zu den vergangenen Monaten passt.
In diesem Beitrag möchte ich die Stratosphäre einbeziehen. Als Ausgangsmonat wähle ich den September, ich verwende das Geopotential auf der 50hPa – Ebene, den zonalen Wind auf derselben Höhe sowie auf der 30hPa – Ebene (um die Dynamik der QBO zu berücksichtigen), außerdem den Bodendruck und die SSTs (jeweils 20°S – 90°N 0 – 360°).
Auswertungszeitraum: 1968 – 2018
30.000 Gitterpunkte
Referenzperiode: 1981 – 2010
Anomalien: Pa bzw. K
Methode: Canonical Correlation Analysis
Bis einschließlich Dezember scheint die Stratosphäre keinen nenneswerten Einfluss auf die nordhemisphärische Zirkulation auszuüben, verglichen mit den Berechnungen, die ausschließlich Bodendruck und SSTs als Grundlage haben.
Impulse aus der Stratosphäre scheinen jedoch die Zirkulation der Monate ab Januar zu beeinflussen und zwar im Sinne stärker steigenden Luftdrucks in der Arktis einhergehend mit Übergang zu neutraler oder leicht negativer NAO, auch dies im Vergleich zu den Berechnungen mit den Parametern Bodendruck und SSTs. Allerdings bleibt der Luftdruck über dem Atlantik niedrig und so wird keine Blockierung aufgebaut.
Da sich über dem Atlantik also kein hoher Druck bildet, bleibt der atlantische Einfluss unter zyklonalen Bedingungen in Europa bestehen (zyklonaler als bei der Berechnung mit Bodendruck und SSTs), wobei die Temperaturen in Mitteleuropa im Januar leicht und im Februar deutlich über dem Mittel von 1981 – 2010 liegen sollten.
Erst im März kann sich hoher Druck über dem Nordatlantik bilden und zu kälterem Wetter in Mitteleuropa führen.
der Winter rückt immer näher, dem September kommt ja auch eine besondere Bedutung für die Witterung des Winters zu (alte Bauernregeln und „Altweibersommerregel“ von Baur, die Bedingungen für Anwendung der Baurschen Regel treffen dieses Jahr übrigens nicht zu). Aber auch jetzt würde ich noch nicht von einer Prognose im engeren Sinn sprechen, sondern nur betrachten, was passt rechnerisch am besten zur Zirkulation der letzten 6 Monate. Im Vergleich zum 3. Blick fehlt jetzt der März und der September kommt neu hinzu.
Es gab keine wesentlichen Veränderungen zum 3. Blick. Das Modell geht immer noch von einer stark positiven NAO für die Wintermonate aus, vor allem für Dezember und Februar. Sollte der Oktober jedoch ebenfalls eine deutlich positive NAO bringen (sieht zur Zeit so aus), bleibt abzuwarten, ob sich die Winterprognose ändert (immerhin ist die NAO des Oktober negativ mit der NAO der Wintermonate, vor allem Januar und Februar, korreliert).