Witterungsbestimmende Faktoren für den europäisch – atlantischen Raum

Hallo,

in der „Wetterzentrale“ hat Basti einzelne Faktoren aufgezählt, die für die Witterung der nächsten Monate (den Winter) wichtig sind.

Schwierig ist es zu beurteilen, welche Faktoren sind wirklich wichtig, welche sind weniger wichtig.

Eine Möglichkeit, deren Bedeutung zu bestimmen, ist, so zu tun, als wäre der betreffende Faktor der einzige, den es überhaupt gibt und zu überprüfen, welche „Prognosegüte“ erhält der Zielmonat mit diesem einen Faktor.

Ich habe jetzt den November als Zielmonat gewählt und betrachte 10 Faktoren separat und zwar mit den Oktoberdaten.

Eine Ausnahme nehme ich bei der Frage vor, inwiefern die Hurrikansaison Einfluss auf unser Wettergeschehen hat.

Da Juli – Oktober Hurrikanhauptsaison ist, verwende ich diesen Zeitraum und als räumlichen Bereich die Karibik, 17 – 32°N 96 – 75°W, ich verwende den Bodendruck, hier müsste der Unterschied zwischen einer schwachen und starken Saison am deutlichsten zu sehen sein.

Ich versuche, die Wintermonate entsprechend nachzuliefern.

Ansonsten:

Analysezeitraum immer 1949 – 2020

Räumlich: Gitternetz 90°N – 90°S 0 – 360°

Methode: Canonical Correlation Analysis

Anomalien: Pa

Referenzperiode: 1981 – 2010

Die Karten zeigen die Bodendruckanomalien des November 2020 für den jeweiligen Faktor im europäisch – atlantischen Raum.

Ich habe jetzt die Faktoren schon nach ihrer Prognosegüte geordnet, also eine Art „ranking“ für den November erstellt, für andere Monate könnte es anders sein.

Am besten abgeschnitten hat, also Nummer 1, die globalen Bodendruckdaten des Oktober:

Platz 2: Hurrikansaison Juli – Oktober, Bodendruckwerte Karibik:

Platz 3: Temperatur Stratosphäre im 10hPa – Niveau:

Platz 4: Sonnenaktivität, solar flux – Einheiten:

Platz 5: Zonaler Wind im 30hPa – Niveau (deckt QBO ab):

Platz 6: Zonaler Wind im 500hPa – Niveau, Verlauf des Jet:

Platz 7: Akkumulierter Schneefall nördlich von 40°N:

Platz 8: Schneezuwachsrate nördlich von 40°N:

Platz 9: Temperatur Boden, Meeresoberfläche:

Platz 10: Arktische Eisausdehnung nördlich von 60°N:

Fazit: Es zeigt sich wahrscheinlich, dass der im Durchschnitt beste Prognosefaktor nicht in jedem Einzelfall auch die beste Prognose liefert. Ich werde dann zu Anfang Dezember die Karte mit den tatsächlichen November – Anomalien ergänzen.

Ein Grund für die insgesamt mangelnde Prognosegüte kann darin liegen, dass sich im Zuge des Klimawandels seit 1987 die Beziehungen – und damit die Korrelationen – geändert haben. Man sollte sich deshalb bei der Analyse vielleicht auf den Zeitraum ab 1987 beschränken. Ich werde auch dieser Frage nachgehen.

Gruß

KHB

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